Gesundheitsreform und die Pflegekosten
Die Senioren Union verfolgt die Diskussion um die geplante Gesundheitsreform mit großer Aufmerksamkeit und wachsender Sorge. Rentnerinnen und Rentner sowie Pensionärinnen und Pensionäre sind in besonderem Maße auf ein funktionierendes, bezahlbares und verlässliches Gesundheitssystem angewiesen.
Die CDU-Senioren Union stellt klar:
Eine Gesundheitsreform darf nicht zu weiteren finanziellen Belastungen für Menschen führen, deren Einkommen im Ruhestand begrenzt und kaum steigerbar ist. Steigende Zusatzbeiträge, höhere Zuzahlungen und wachsende Eigenanteile - insbesondere in der Pflege treffen ältere Menschen besonders hart.
Hier braucht es klare Begrenzungen und verlässliche Rahmenbedingungen.
Ebenso entscheidend ist die Sicherstellung einer flächendeckenden medizinischen Versorgung. Lange Wartezeiten auf Arzttermine, der zunehmende Ärztemangel, insbesondere in ländlichen Regionen, sowie Defizite in der Pflegeversorgung sind für viele Seniorinnen und Senioren bereits heute Realität. Eine Reform muss hier spürbare Verbesserungen bringen und darf sich nicht in Ankündigungen erschöpfen.
Die Senioren-Union betont zudem die Bedeutung des Generationenvertrags.
Rentner und Pensionäre haben über Jahrzehnte durch ihre Arbeit und Beitragszahlungen zum Aufbau und Erhalt unseres Gesundheitssystems beigetragen. Dieses Vertrauen darf nicht enttäuscht werden. Solidarität bedeutet eine faire Lastenverteilung zwischen den Generationen und transparente politische Entscheidungen.
Darüber hinaus fordern wir eine stärkere Ausrichtung auf Prävention und Gesundheitsvorsorge sowie eine nachhaltige und gerechte Reform der Pflegefinanzierung.
Aus Sicht der Senioren-Union ist die Pflegesituation eine der größten sozialen Herausforderungen der kommenden Jahre. Besonders kritisch sehen wir die stetig steigenden Eigenanteile in der stationären Pflege. Für viele Pflegebedürftige und ihrer Angehörigen sind diese Kosten kaum noch zu tragen. Wer ein Leben lang gearbeitet und vorgesorgt hat, darf im Pflegefall nicht in finanzielle Not geraten oder auf Sozialhilfe angewiesen sein.
Wir fordern daher eine wirksame und dauerhafte Begrenzung der Eigenanteile sowie eine stärkere Beteiligung der Solidargemeinschaft an den Pflegekosten.
Die Senioren - Union fordert, dass Pflegebedürftige künftig nicht mehr an Investitions- und Ausbildungskosten beteiligt werden. Diese Kosten haben keinen Bezug zur individuellen Pflegeleistung, sondern sind Aufgaben der öffentlichen Daseinsvorsorge. Investitionen in Pflegeeinrichtungen sowie die Ausbildung von Pflegekräften müssen vollständig aus Steuermitteln finanziert werden.
Nur so lassen sich die Eigenanteile wirksam und dauerhaft begrenzen.
Gleichzeitig muss die häusliche Pflege deutlich stärker unterstützt werden. Der überwiegende Teil der Pflege findet nach wie vor zu Hause statt - getragen von Angehörigen, oft unter großen persönlichen, gesundheitlichen und finanziellen Belastungen.
Diese Leistung verdient mehr Anerkennung und konkrete Entlastung. Dazu gehören bessere Hilfsangebote, eine stärkere Förderung ambulanter Pflegedienste sowie der Ausbau Kurzzeit und Tagespflegeangeboten .
Häusliche Pflege ist nicht nur menschlich oft die beste Lösung, sondern auch volkswirtschaftlich sinnvoll. Eine Gesundheits- und Pflegereform muss deshalb konsequent das Prinzip: ambulant vor stationär stärken und die Rahmenbedingungen für die pflegende Angehörige spürbar verbessern.
Autor: Manfred Johann ( stv. Landesvorsitzender CDU Senioren-Union Saar / 21.01.2026)
Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisation e. V. -BAGSO-Handreichung Altenarbeit in Kommunen (Dokument im Link unten)
BAGSO-Handreichung ... Altenarbeit in Kommunen (2. Auflage / 01-2026)